Wohnen Griesgasse Graz

Wettbewerb: 2014, 1.Preis
Auslober: Wohnen Griesgasse Gesm.b.H. & Co KG

Das Quartier Gries befindet sich im Umbruch. Gewachsene Strukturen verändern sich durch Entfall von Bedürfnissen und neue Funktionen. Ehemalige gewerbliche Hofbebauungen und klassische Familienwohnungen ohne urbane Freiräume unterliegen einem starken Wandel. Der Neubau in der Baulücke verdeutlicht die Re- Urbanisierung auch durch seine Wohnform. Langgestreckte Speicherwohnungen bieten beidseitige Belichtung und Belüftung. Diese Wohnstruktur findet auch im denkmalgeschützten Objekt Platz, um dieses „neu zu erhalten“. Es wird bewusst keine gängige Symbolik des Wohnens angewendet, um adäquates Publikum anzusprechen.

Zur Griesgasse springt der Bau, ähnlich dem nördlichen Nachbarn, zurück und bekommt Freiflächen zur Gasse. Diese grenzen sich mit einer perforierten stählernen „spanischen Wand“ zum öffentlichen Raum ab. Die Bewohner bestimmen über die Öffenbarkeit der Elemente selbst das Maß der Interaktion zwischen privatem und öffentlichem Raum.Alle Wohnungen bieten Freiflächen an, zum Laubengang befinden sich kleine Veranden.

Die Hofbebauung arbeitet mit derselben Struktur und „blättert“ von der Feuermauer zum Nachbarn ab. Dies ermöglicht beidseitige Belichtung der Räume und Freiraum entlang der bestehenden Längslinien, entlang der Grenze wird nunmehr angebaut. Vorgesehen sind Dachterrassen und extensive Dachbegrünung. Aluminium-,Stahl- und Betonoberflächen bilden die neue Materialität aus beweglichen und festen Elementen.

In der spannenden städtebaulichen Körnung des Quartiers versteht sich der Entwurf als Pioniergewächs einer sich neu formierenden Stadtlandschaft.

Aufschliessung

Der Hauptzugang erfolgt über das denkmalgeschützte Objekt Griesgasse 28. Der Hofstruktur folgend betritt man das Haus wieder in seiner ursprünglichen Art. Aus dem bestehenden Haustechnikraum wird ein Foyer. Von dort geht man über den alten Hof zum grünen Innenhof, wo sich seitlich das offene Stiegenhaus und der Lift befinden. Der straßenseitige Bau wird mit traditionellen offenen Laubengängen erschlossen. Die Wohnung betritt man über kleine Veranden. Die Erschließung des Hofbaues erfolgt direkt von den Freiflächen. Die dort situierten Maisonette-Wohnungen sind dreiseitig belichtet und haben Dachgärten. Am Terrain befinden sich weitere Terrassen und Freiflächen. Die Wohnungen sind barrierefrei adaptierbar.

Gebäudehülle

Die Fassaden des Neubaus werden als hinterlüftete Konstruktionen ausgeführt, strassenseitig mit Lamellen als „spanische Wand“ mittels semiperforierten Aluminiumpaneelen. Restliche Bereiche Betonfaserplatten bzw. verputzt. Prinzipiell erfolgt die technische Ausführung der Aufbauten unter Abstimmung mit der Bauphysik und den Vorgaben der Förderbestimmungen des Land Steiermark. Die Griesgassenseitigen Loggien fungieren als Klimaaktivzonen. Der Einsatz einer kontrollierten Wohnraum Be- und Entlüftung wird vorgeschlagen.

Das denkmalgeschützte Gebäude wird revitalisiert und von rezenten Bauteilen entkernt. Die historische Struktur wird wieder erlebbar gestaltet.  Denkmalgerechte Kastenstockfenster (Grazer Stock) werden eingebaut. Die Farbgebung der Altbaufassade wird mit der Altstadtkommission und dem Bundesdenkmalamt abgestimmt. Dachdeckung mit Tonziegel.

Aussenanlagen

Der gesamte freibleibende Hofbereich wird als Grünanlage und Kinderspielplatz genutzt. Die Hauptzugänge werden im Zwischenbereich der Häuser mit Ortetonpflaster befestigt. Die Hauptzugänge im Hofbereich werden mit rollstuhlbefahrbarem Wabengitter befestigt, bzw. als Schotterrasen ausgeführt. Die privaten Lichtatrien der Hofzeile zur Nachbarwand werden ebenfalls befestigt ausgeführt. Rankgerüste zur Begrünung der Nachbarwand sind bei Einverständnis vorgesehen. Terrassen mit Holzbelag.

Project categories: Wettbewerbe

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