Sporgasse 12-14

Umfassende Sanierung

Bauherr: Anlageprojekt Sporgasse 12 14 der W&S Baubetreuung GmbH und Co. KG
Fertigstellung: 2011
Fördernde Stellen: Land Steiermark; FA 15, Steiermärkische Wohnbauförderung und Steiermärkischer Revitalisierungsfond Bundesdenkmalamt; Landeskonservatorat für Steiermark, Stadt Graz; Grazer Altstadterhaltungsfond.
Fotos: Peter Eder www.peter-eder.at

Sonderpreis für beispielhaften Wohnbau 2012, Land Steiermark, Kategorie: umfassende Sanierung

Stadträumliche Überlegungen

Niemand will mehr so wohnen wir vor 200 Jahren, wenn man nicht nur an die Palais der Altstadt denkt, sondern an den überkommenen Wohnraum. Schwierige Belichtungsverhältnisse, teilweise problematischer Bauzustand und verbaute Grundrißsituationen sind in zeitgemäßen Wohnraum zu verwandeln. Der kontinuierlichen Veränderung von Nutzung, Sozialstruktur und wirtschaftlicher Entwicklung ist Rechnung zu tragen. Ein rein konservatorischer Ansatz kann diese Anforderungen nicht lösen.

Ohne kontinuierliche Veränderung in der Vergangenheit wären die historischen Kernstädte heute funktionslose Relikte. Die stetige Vitalisierung der Gebäudefunktionen stellt einen wesentlichen Aspekt der Altstadterhaltung dar.

Im Zentrum zu wohnen bedeutet am Puls der Stadt zu leben, fußläufig die Stadt jeden Tag erleben zu können, Teil des Spirits von Graz zu sein. In der Kernstadt von Graz wurde immer gewohnt, residiert und gearbeitet – Handel betrieben.

Baugeschichte

Die Sporgasse stellt als historische Ost- West Verbindung einen der bedeutendsten Straßenzüge der Altstadt am Fuß des Grazer Schloßberges dar.

Das Gebäude Sporgasse 12 wurde 1596 mit zwei Stockwerken im Besitz eines Schneiders erstmals erwähnt, 1728 dreistöckig und als Wirtshaus „beym weißen Löben“ erfolgte 1914 die Umgestaltung des Erdgeschosses zu einem Konditoreibetrieb, ab 1936 Verbindung zum Nachbarhaus Nr. 14 als „Konditorei Strehly“. 1968 im Rahmen der Generalsanierung wurden die gotischen Steingewände der Fenster im ersten Stock des Hauses Nr. 12 freigelegt. Bei beiden Objekten sind die Überhangbögen der Sockelzone charakteristisch. Das Gebäude Nr. 12 steht unter Denkmalschutz und weist einen kleinen Arkadenhof auf, sowie zwei weitere Hinterhäuser auf Nr. 14.

Entwurfsgedanken

Bei der Planung war es entscheidend, die gewachsenen Strukturen zu erkennen, diese herauszuschälen und in Respekt vor ihrer historischen Wertigkeit zu transformieren, das Neue aus dem Alten herausschauen zu lassen.

Der Entwurf greift die bestehende räumliche Struktur mit ihrer großen Trakttiefe von über 20m auf, organisiert und öffnet sie neu. Durchgesteckte Wohnungen- „Mikro Loft´s“ mit mittigen Sanitärboxen ermöglichen eine beidseitige Belichtung und Belüftung. Ein neuer Lichthof wurde ausgebrochen, der störende Glaslift im Hof entfernt, in das Innere des Gebäudes verlegt, im Haus Nr. 12 wurde der Arkadenhof wieder geöffnet.

Die Erschließung erfolgt wieder über Laubengänge mit Terrassen. Die Wohnungstypen wurden aus der Gebäudestruktur entwickelt, bringen deren räumliche Qualitäten und Eigenheiten wieder in Benutzung.

Dachbodenausbau

Die Dachböden wurden ausgebaut um Wohnraum über den Dächern der Grazer Altstadt zu schaffen und damit mit Leben zu erfüllen. Zur Sporgasse hin befindet sich die „Schmetterlingsgaube“. Die Dachfläche zur Sporgasse wurde nach unten und oben aufgekippt, um Licht in die Wohnungen zu bringen. Gleichzeitig verstärkt diese Maßnahme aber auch die Geschlossenheit der Dachlandschaft, indem rezente Dachgauben abgebrochen wurden und sich vom Grazer Schloßberg nunmehr eine durchgehende Ziegeldachlandschaft ergibt.

Insgesamt enstanden 21 Wohnungen direkt im historischen Zentrum, sowie zwei Geschäftslokale im Erdgeschoß und  ein Friseurladen im ersten Obergeschoß.

Project categories: Projekte

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