Pfarrkirche Heilige Anna in St. Marein im Mürztal

Altarraumgestaltung

Wettbewerb: 2010, 1. Preis, nicht realisiert

Auslober: Diözese Graz-Seckau

Auszug aus dem Wettbewerbsbericht:

Die Pfarrkirche Hl Anna in St. Marein im Mürztal gehört zu den bedeutensten steirischen Denkmälern der Gotik. Der Innenraum spiegelt ihre große räumliche Einheit wieder. Beim Betreten der Kirche ist bemerkenswert, daß die Mittelsäule der Empore in der Vergangenheit mit Eisenbändern verstärkt und dadurch in ihrer Stärke zusammengehalten wurde. Dies stellt ein schönes Gleichnis der Kraft und des Zusammenhaltes der Pfarrgemeinde im kirchlichen Leben dar. Von diesem Sinnbild aus entwickeln sich die Elemente der Altarraumgestaltung.

Altar, Ambo

Die Altarplatte aus Stein und das steinerne Pult des Ambos werden von einem gefassten Raum aus Stahlbändern, geflochten, verschieden, geheimnisvoll,  getragen. Dieser Raum versinnbildlicht, wie bei der Steinsäule der Empore, die Kraft der Gemeinschaft. Die Stahlbänder sind aus weiß gefärbtem Stahl, lasierend lackiert, die Steinelemente aus hellgrauem Porphyr geflammt, aufgerauht, gestaltet.

Altarraum

Eine Steinstufe aus Porphyr führt in den Altarraum und markiert diesen. Die Aufstellung der Elemente positioniert den Altar im ersten Chorjoch, den Ambo auf der neuen Stufe zum Altarraum, dem Volk zugewendet. Vor dem Hochaltar befindet sich noch das historische Niveau mit Steinpflaster, welches belassen werden soll. Eine neue Steinstufe aus Solnhofer Schiefer führt auf diese Ebene. Die seitlichen Sitzbänke fügen sich an das obere Niveau an, die Seiten sind verputzt und mit Holz belegt. Die Bänke und die Stufen zum Hochaltar fassen den Bereich hinter dem Volksaltar. Das ewige Licht wird vor dem Hochaltar abgehängt, die Kredenz in die seitliche Nische integriert. An der linken Seite befindet sich die Sessio aus Holz und ein mobiles Pult aus geöltem Schwarzstahl. Die Osterkerze weist nach oben und ist ebenso aus Stahl gefertigt. Die Beleuchtung soll indirekt von den Chorjochen aus den Altarraum und den Hochaltar beleuchten.

Taufort

Wie im lithurgischen Gutachten definiert, wird der neue Taufort gegenüber dem Eingang unter der Empore platziert. Das Taufbecken befindet sich auf einer, mit Solnhofer Schiefer belegten, leicht zum Taufbecken hin abfallenden Fläche, welche die Tiefe des Grundes der Taufe spürbar machen soll. Der Sockel des Taufsteines ist verputzt und trägt das Taufbecken aus hellgrauem Porphyr. Massive und mit Holz belegte  Sitzbänke umrahmen den Taufort. Eine indirekte warme Beleuchtung und Kerzen auf Metallstehern gestalten den Raum feierlich.

Beichtstuhl

Der Turmraum mit Kerzentisch bietet einen eigenen, intimen Ort der Beichte. Bei den sichtbaren Flächen des hellgrauen Beichtstuhles sollen Metallleisten in die Holzoberfläche eingefräst werden, die das Thema der zusammenhaltenden Stahlbänder widerspiegeln. Im Inneren befinden sich eine Bank zum Sitzen, eine Kniestufe und ein Pult. Farbige, durchleuchtende dichte Gläser bringen warmes Licht in das Innere. Das Holzgitter in der Mitte kann auf Wunsch aufgefaltet werden. Nach oben hin ist ein Glasdeckel vorgesehen, ebenfalls zur Erhellung des Inneren. Durch die farbigen, blickdichten Glaseinsätze sieht man auch von außen, wenn jemand sich im Beichtstuhl befindet.

Project categories: Wettbewerbe

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