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Niemand will mehr so wohnen wir vor 200 Jahren, wenn man nicht nur an die Palais der Altstadt denkt, sondern an den überkommenen Wohnraum. Ohne kontinuierliche Veränderung in der Vergangenheit wären die historischen Kernstädte heute funktionslose Relikte. Die stetige Vitalisierung der Gebäudefunktionen stellt einen wesentlichen Aspekt der Altstadterhaltung dar. Im Zentrum zu wohnen bedeutet am Puls der Stadt zu leben, fußläufig die Stadt jeden Tag erleben zu können, Teil des Spirits von Graz zu sein. Die Sporgasse stellt als historische Ost- West Verbindung einen der bedeutendsten Straßenzüge der Altstadt am Fuß des Grazer Schloßberges dar. Das Gebäude Sporgasse 12 wurde 1596 mit zwei Stockwerken im Besitz eines Schneiders erstmals erwähnt und steht unter Denkmalschutz. Bei der Planung war es entscheidend, die gewachsenen Strukturen zu erkennen, diese herauszuschälen und in Respekt vor ihrer historischen Wertigkeit zu transformieren, das Neue aus dem Alten herausschauen zu lassen. Der Entwurf greift die bestehende räumliche Struktur mit ihrer großen Trakttiefe von über 20m auf, organisiert und öffnet sie neu. Durchgesteckte Wohnungen- „Mikro Loft´s“ mit mittigen Sanitärboxen ermöglichen eine beidseitige Belichtung und Belüftung. Ein neuer Lichthof wurde ausgebrochen, der störende Glaslift im Hof entfernt, in das Innere des Gebäudes verlegt, im Haus Nr. 12 wurde der Arkadenhof wieder geöffnet. Die Erschließung erfolgt wieder über Laubengänge mit Terrassen. Die Dachböden wurden ausgebaut um Wohnraum über den Dächern der Grazer Altstadt zu schaffen und damit mit Leben zu erfüllen. Zur Sporgasse hin befindet sich die „Schmetterlingsgaube“. Die Dachfläche zur Sporgasse wurde nach unten und oben aufgekippt, um Licht in die Wohnungen zu bringen. Gleichzeitig verstärkt diese Maßnahme aber auch die Geschlossenheit der Dachlandschaft, indem rezente Dachgauben abgebrochen wurden und sich vom Grazer Schloßberg nunmehr eine durchgehende Ziegeldachlandschaft ergibt. Im Erdgeschoß befindet sich eine Buchhandlung und das bestehende Briefmarkengeschäft, im ersten Obergeschoß des Straßengebäudes ein neuer Friseursalon. Das Wohnungsangebot orientiert sich an jungen Leuten und „Rückkehrern“ in die Stadt. In der Kernstadt gelegen, finden diese innovativen Wohnraum vor. Die 21 Sozialwohnungen waren in wenigen Tagen alle vermietet. Das Projekt wurde mit Landesmitteln der Wohnbauförderung und durch Privatinvestitionen realisiert. |
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