Das Ensemble ist definiert durch das Schlossgebäude, die Schlossmauer, die Burggrabenmauer und den Park. Im Westen befindet sich an der Mauer eine Ausgrabung beim abgekommenen Turm. Ausgehend vom historischen Ensemble gliedern sich die vorgeschlagenen Bauten in diese Situation ein. Grundidee ist es Gebäude zu schaffen, die die Integrität des historischen Bestandes respektieren und die in ihrer Materialität, Haltung und Ausformung eigenständig bestehen können. Der Anbau Rittersaal versteht sich als Mauerscheibenbau, der im Inneren von der sichtbaren Befestigungsmauer und nach oben hin nur mit Glasdächern begrenzt wird. Dies bewirkt eine offene Gebäudestruktur, die ähnlich einer Ausgrabungsüberdachung zu sehen ist. Die Lücke beim abgekommenen Turm wird durch die Bebauung geschlossen. Über eine außenliegende, überdachte Treppenrampe betritt man das Foyer des Rittersaales im 1.OG direkt ebenerdig. Im Foyer Rittersaal (1.OG) befinden sich das Buffet, Garderobe und die Naßeinheiten. Die Galerie mit Panoramablick erreicht man über die Treppe, den Lift und die Galerie Rittersaal. Die Treppe erschließt auch das Erdgeschoß. Der Neubau östlich der Burggrabenmauer versteht sich als Pavillon im Schlossgarten. Über zwei Atrien sind die Produktionsräume in den Boden gesenkt um die Parkfläche weitgehend zu erhalten. Die Produktion mit allen Räumen ist im Sinne des gläsernen Labors rund um die Atrien organisiert, um die Abläufe sowohl im Geschoss und auch von oben erlebbar zu machen. Beginnend bei der Lobby, der Kundenbetreuung und den Nasszellen ergibt sich rund um das Atrium der Weg zur gläsernen Zelle in der Mitte und von dort in die Erlebnisräume. Im Schlosshof, vor den Arkaden steht die mobile Bühne. Der Zuschauerbereich ist als grüne Arena gedacht. Das Gebäudekonzept wurde so entworfen, daß durch die Einsenkung der Produktion möglichst viel vom Park erhalten bleibt. Ein gewundener Macadamweg über den gestalteten Teich (Biotop) mit Holzterrasse zieht sich entlang der Schlossmauern durch den Park, um die freien Flächen zu betonen. Die Bepflanzung am Rand wird bei den Baumgruppen verstärkt, der innere Bereich im Sinne eines Landschaftsgartens als Wiesenfläche mit Blick auf das Schloss offen bleiben.

Projekttitel
Zu- und Umbau Schloss Hartberg
Planung
Architekt DI Christian Andexer
Wettbewerb
2010

(c) Egger2