Die Pfarrkirche Maria Königin in Pölfing Brunn, 1961 eingeweiht, ist charakterisiert durch die Kirchenfenster des Künstlers Albert Pirkle, mit der Darstellung der Schutzpatronin, Maria die Königin. Der Bau nach den Plänen von Architekt Karl Lebwohl kann in seiner Schlichtheit durchaus als wertvoller Zeitzeuge gesehen werden. Nachdem die Kirche grundsätzlich noch für die vorkonziliare Lithurgie erbaut wurde, stellt der bestehende Volksaltar nach wie vor ein Provisorium dar. Architektonische Grundidee ist es den Altar, den Ambo, die Stufen zum Altarpodest und zum Chor als reines, helles, ganzheitliches Element in die Kirche einzufügen, als Material für den Altartisch wird ein gespaltener (rauher),heller Kalkstein, ähnlich dem Aflenzer Kalkstein vorgeschlagen. Die Tischplatte aus gleichem Material, poliert und mit Schattenfuge. Auch für den Ambo wird die gleiche Materialität vorgeschlagen. Im Stein lässt sich die Idee des in die Tiefe Schauens mit feinen Schlitzen darstellen. Der Altarraum wird architektonisch vom Chor heraus entwickelt und zentriert. Der Altartisch fokussiert weiterhin die räumliche Wirkung im Kirchenraum. Der Ambo wird auf die Altarstufe plaziert. Dadurch entsteht mehr Raum für den Taufort, seitlich des Altarraumes, mit Osterkerze. Das Taufbecken wird aus dem Taufstein herausgeschliffen, stellt eine monolithische Einheit dar. Das ewige Licht ist frei an die Zäsur zum Chorraum plaziert. Der Tabernakel wird auf der anderen Seite schwebend auf die Wand befestigt.Die Holzstatue der hl. Maria bleibt weiterhin seitlich platziert. Die Blickrichtung erfolgt von der Seitenwand zur Mitte. Die Darstellung wird reduziert, ein abgehobener Sockel verstärkt den Ort. Die Chorfenster werden so tiefergesetzt, dass das Kunstwerk zur Gänze sichtbar wird. Darunter werden die Fenster bis unter die runde Chorbank gezogen und mit transluzentem, matten, bläulichen Glas versehen, um den Chor zu öffnen. Alle lithurgisch sekundären Teile werden aus rohem Stahl, geölt vorgeschlagen: Rechts befindet sich der Ort für die Kerzen. Als Vorschlag können Kerzen in Sand hineingesteckt werden. Der Halter der Osterkerze öffnet sich als Geste nach oben, zwei Flachstähle bilden den Fuss, eine Bodenplatte ermöglicht variable Aufstellung. Das Lesepult und die Kredenz sind gleichartig aufgebaut. Für den Mittelgang wird ein naturfarbener Kokosläufer über die gesamte Breite vorgeschlagen. Die Leuchten im Kirchenschiff, aus der Erbauungszeit stammend sollen restauriert und mit zeitgemässen E− Anschlüssen für Leuchtmittel versehen werden. Für den Altarbereich und den Chor werden verdeckt (hinter den Sturzbögen) montierte Deckenstrahler mit fokussiertem Lichtstrahl nach unten, als indirekte Beleuchtung vorgeschlagen. Hinter der runden Bank beleuchten Bodenstrahler die Apsis.

Projekttitel
Altarraumgestaltung Pölfing Brunn
Planung
Architekt DI Christian Andexer
Wettbewerb
2010
2.Preis

(c) Egger2