Gemeinschaft und Identifikation sind das Leitthema des Entwurfes. Als räumliche Interaktion wird die gemeinsame Kommunikationsebene, ein Campo, angeboten, um den sich alle Funktionsbereiche gliedern. Von der Strasse ansteigend erreichbar, versammelt diese durchgehende Ebene (00) alle Funktionsbereiche ebenerdig und bildet so das Rückgrat für die kleine Gemeinschaft der Heilpädagogischen Station. Als Pavillonsystem angelegt, steht jedes Gebäude, jede Ebene für seine spezielle Funktion und bringt diese räumlich zur Geltung. Stationäre Gruppe Ebene 00/ Ebene 01 Direkt an der Kommunikationsebene, oben am Hang gelegen befinden sich die 4 Wohngruppen. Im Zentrum der Wohnungen ist der Koch- und Essbereich. Der durchgesteckte Mittelbereich ist von beiden Seiten belichtet. Die Zimmer orientieren sich auf die sonnige Seite, auch hier gibt es für jedes Kind eine eigene Schlafnische. Ein Einbauschrank mit Bord beim Eingang bildet einen räumlichen Filter zum allgemeinen Teil der Gruppe. Therapeutischer Bereich der Station Ebene 02 Eine Besonderheit des Grundstückes ist die Aussicht vom Hang nach Südwesten. Daher befinden sich die Therapiebereiche am Dach, auf kurzen Weg von den Gruppen zu erreichen. Die Dachterrasse erlaubt die Therapie auch nach außen zu gestalten. Nach Süden hin, sonnengeschützt, mit einem großen Vorhang räumlich gestaltbar, befinden sich der Musik- und Gruppentherapieraum, durch eine mobile Schiebewand geteilt. Im offenen Zustand kann auch der Gang integriert werden. Stationäre, teilstationäre Doppelnutzung/Teilstationärer Bereich Tagesklinik Ebene 00 Östlich des stationären Traktes befindet sich, ebenerdig, barrierefrei begehbar die Tagesklinik. Ein Eingang pro Gruppe betont die Eigenständigkeit „meiner“ Gruppe. Die Küchen- und Mehrzweckräume im Zentrum betonen die Gemeinschaft und sind nach zwei Seiten belichtet. Mit einem Gang mit Dachlicht verbunden befinden sich die Therapieräume, die Nebenfunktionen bilden hier wieder einen räumlichen Filter. Ebenfalls in der Mitte befindet sich die Verteilerküche. Ein Glasdach verbindet Wohntrakt mit Tagesklinik. Darunter auf Ebene -01 befindet sich, von Osten ebenerdig begeh- und befahrbar die Wäscherei mit Nebenräumen. Der Kollektorgang bietet eine Anbindung an den Lift des stationären Traktes. Nach Süden hin, mit eigenem Vorplatz befindet sich die Werkstatt des Heimwarts mit Lager. Ambulanzbereich Ebene -01 Als eigene Betriebseinheit, ebenerdig begeh- und befahrbar sind die Therapieräume der Ambulanz nach Südwesten orientiert. Im Park befindlich, ist diese Einheit weitgehend selbständig zum Gesamtareal. Die Senke zur Strasse wird aufgefüllt. Gesamtleitung, Aufnahmekoordination, Verwaltungs- Wirtschaftleitung Ebene -01=EG Altbau Direkt an der Einfahrt gelegen sind die Büroräume der Administration nach Südwesten orientiert. Der Eingangsbereich wird entkernt und bietet dadurch wieder ein angenehmes Ankommen im Haus. Schule Ebene 00= 1.OG Altbau/ Ebene 01=DG Altbau und Zubau Ebene -01 Bewegungsraum Vom Campo ebenerdig, barrierefrei begeh- und befahrbar betritt man die Schule im 1. Obergeschoss des Altbaues. Durch den eigenen Eingang ist dieser Bereich funktionell klar von der Administration getrennt, aber über die Stiege verbunden. Die Garderoben der sechs Klassen bilden immer einen Vorraum zu jeweils zwei Klassen. Die Auszeiträume sind mit öffenbaren Raumteilern zwischen den Klassen angeordnet. Die Leitung und der Konferenzraum der Schule befinden sich im Dachgeschoss. Nach Westen hin befindet sich auf Ebene -01, direkt vom Eingangsfoyer erreichbar der Bewegungs- und Werkraum. Über einen Treppenlift ist dieser Bereich behindertengerecht erreichbar. Nach Osten sind im Zubau große Fensterflächen angeordnet, der westliche Bauteil ist in den Hang eingeschüttet, über den Nebenräumen befindet sich der Schulhof. Über ein großes Fenster kann man von diesem in den Bewegungsraum schauen.

Projekttitel
Zu- und Umbau Heilpädagogische Station Graz
Planung
ARGE Andexer Moosbrugger Architekten
Projektleitung
Architekt DI Christian Andexer
Realisierung 1. Bauabschnitt
April 2007 - Mai 2008
Realisierung 2. Bauabschnitt
Mai 2008 - März 2009
Fotos
Peter Eder

(c) Egger2